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Artikelreihe: Englisch & LRS

Artikelreihe: Englisch & LRS

Dieser Artikel ist Teil einer Reihe zum Thema

“Englisch lernen mit LRS – ein anderer Zugang zur Sprache”

Englisch & LRS – der komplette Leitfaden

Wie Kinder mit LRS Englisch lernen können – ohne Druck, aber mit Struktur

Viele Kinder mit LRS erleben Englisch früh als schwierig. Wörter lassen sich schwer merken, das Schreiben fällt schwer, das Tempo ist hoch – und oft entsteht schnell das Gefühl, nicht mithalten zu können. So erlebe ich sie auch in der Lerntherapie. “Englisch ist mein Hassfach” – “Ich versteh überhaupt nichts” – “Ich kann kein Englisch” – so äußern sich die Kinder immer wieder, wenn ich sie nach der Schule, nach den Fächern frage.

Eltern überlegen, wie sie unterstützen können.
Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, allen Kindern gerecht zu werden.
Lerntherapeuten suchen nach Wegen, Sprache zugänglich und gleichzeitig strukturiert zu vermitteln.

Dieser Leitfaden bündelt zentrale Ansätze aus der Lerntherapie und der Sprachdidaktik und zeigt, wie Englischlernen für Kinder mit LRS gelingen kann. Und dazu möchte ich mit meinen Artikeln, mit diesem Blog Mut machen. Ich erlebe es immer wieder in meinen Englisch-Kursen: Es kann gelingen, dass wieder Neugierde, Freude, Mut aufkommt, Englisch wieder spannend wird.

Worum es in diesem Leitfaden geht

Kinder mit LRS brauchen keinen Vorsprung und keine Beschleunigung.
Sie brauchen einen Zugang, der zu ihren Lernvoraussetzungen passt.

Das bedeutet:

  • weniger Druck
  • mehr Vertrautheit
  • klare Strukturen
  • sinnvolle Reihenfolgen

Dieser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie ein solcher Zugang aussehen kann – zu Hause, im Unterricht und in der Lerntherapie.

Die Grundidee: Anders lernen, nicht weniger

Kinder mit LRS lernen nicht schlechter – sondern anders.

Ein zentraler Gedanke zieht sich durch alle Artikel dieser Reihe:

Sprache muss zunächst vertraut werden, bevor sie sicher angewendet werden kann.

Das betrifft:

  • das Hören
  • das Wiedererkennen von Wörtern
  • das Sprechen
  • und erst später das Schreiben

Gleichzeitig brauchen Kinder mit LRS klare Strukturen, um Sprache bewusst zu verstehen.

Beides gehört zusammen.

Die fünf zentralen Bausteine

1. Vertrautheit vor Leistung

Bevor Kinder Wörter schreiben oder aktiv abrufen, sollten sie Sprache hören, erleben und wiedererkennen können.

Warum das wichtig ist und warum frühes Vokabelpauken oft nicht hilft:
Warum Vokabelpauken Kindern mit LRS oft schadet

2. Sprache zuerst hören

Das Hören entlastet und schafft die Grundlage für Sprachgefühl, Aussprache und Verständnis.

Wie Kinder über das Ohr Zugang zur Sprache bekommen:
Englisch zuerst hören

3. Wörter wiedererkennen statt schreiben

Wörter müssen zunächst visuell vertraut werden, bevor sie sicher geschrieben werden können.

Wie visuelle Anker und Wiedererkennen helfen:
Wörter sehen statt schreiben

4. Sprechen ohne Schreibdruck

Viele Kinder können mehr, als sie aufschreiben können. Sprechen ermöglicht Erfolgserlebnisse und stärkt das Sprachgefühl.

Warum die Trennung von Sprechen und Schreiben so wichtig ist:
Sprechen ohne Schreibdruck

5. Mut statt Perfektion

Selbstvertrauen ist eine zentrale Voraussetzung für Lernen. Fehlerfreundlichkeit schafft Raum für Entwicklung.

Warum Selbstwirksamkeit entscheidend ist:
Mut statt Perfektion

Der zentrale Zusammenhang: Verstehen und Struktur

Ein wichtiger Aspekt dieser Reihe ist das Zusammenspiel von zwei Zugängen:

  • Sprache erleben und vertraut werden lassen
  • Sprache verstehen und strukturieren

Diese beiden Ebenen sind kein Widerspruch, sondern ergänzen sich.

Mehr dazu im Überblicksartikel:
Englisch lernen mit LRS: Warum Verstehen und Struktur zusammengehören

Für wen dieser Leitfaden gedacht ist

Dieser Leitfaden richtet sich an:

Eltern, die ihr Kind unterstützen möchten, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen
Lehrkräfte, die Kinder mit LRS besser verstehen und fördern wollen
Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten, die nach klaren, fundierten Ansätzen suchen

Was sich verändern kann

Wenn Englischlernen an die Bedürfnisse von Kindern mit LRS angepasst wird, verändert sich oft mehr als nur die Leistung.

Kinder erleben:

  • dass sie verstehen können
  • dass sie Wörter wiedererkennen
  • dass sie sich ausdrücken können

Und damit verändert sich etwas Entscheidendes:

Die Haltung zur Sprache.

Ein letzter Gedanke

Englischlernen mit LRS bedeutet nicht, weniger zu lernen.

Es bedeutet, einen Weg zu wählen, der trägt.

Einen Weg,

  • der Sicherheit gibt
  • der Entwicklung ermöglicht
  • und der Kindern zeigt:

„Ich kann Englisch – auf meine Weise.“

Dieser Leitfaden ist Teil einer fortlaufenden Reihe.
Die einzelnen Artikel bauen aufeinander auf und vertiefen jeweils einen zentralen Aspekt.

Reihenübersicht:

  1. Wie Kinder mit LRS gut vorbereitet starten
  2. Englisch lernen mit LRS: Verstehen und Struktur
  3. Warum Vokabelpauken oft nicht hilft
  4. Englisch zuerst hören
  5. Wörter sehen statt schreiben
  6. Sprechen ohne Schreibdruck
  7. Mut statt Perfektion

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